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Landbesitzer blockieren Radweg

Freitag, 15. März 2013

Die Sekundarschule Halingen will endlich auch einen Radweg für die Schüler aus Thundorf. Zwei Landbesitzer sind gegen das Projekt. Die Gemeinderäte von Thundorf und Stettfurt entscheiden nun, ob eine Enteignung eingeleitet werden soll.

CHRISTOF LAMPART

HALINGEN. Die Sekundarschule Halingen will alles unternehmen, um das blockierte Radwegprojekt Thundorf–Halingen zu realisieren, wenn es sein muss auch mit Landenteignung. Dies gab der Präsident der Sekundarschulgemeinde, Markus Müggler, an der Versammlung der Sekundarschulgemeinde Halingen am Mittwochabend bekannt.

42 Stimmberechtigte aus den Gemeinden Matzingen, Thundorf und Stettfurt hatten sich in der Aula der Sek Halingen eingefunden. Es dürfe nicht sein, dass Private auf Kosten der Allgemeinheit und aus Eigennutz eine Lösung blockierten, die nur auf eines abziele: nämlich die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg zu garantieren.

Es sei nicht erst seit dem schweren Unfall im Herbst 2011 klar, dass da «endlich etwas gehen muss». Damals hatte sich ein Mädchen bei einer Kollision mit einem Auto einen schweren Beinbruch zugezogen.

Zwei Parteien sind dagegen

Vor einem Jahr gab es noch drei Parteien, die kein Land für den Radweg abtreten wollten. Nun habe man sich in der Zwischenzeit mit einer Partei einigen können; die beiden Übriggebliebenen «verweigern jegliches Gespräch mit der Schulbehörde». Diesen gordischen Knoten will die Sekundarschulgemeinde Halingen nun endlich zerschlagen. Eine Enteignung muss jedoch von den Politischen Gemeinden eingeleitet und vom Kanton Thurgau mitgetragen werden. «Wir werden die politischen Stellen unterstützen, wenn es darum geht, ein Enteignungsverfahren einzuleiten, denn die Sicherheit unserer Kinder ist uns viel zu wichtig, als dass wir weiterhin tatenlos zusehen wollen», bekräftigte Müggler.

Gemeinden entscheiden erst

Der Gemeindeammann von Thundorf, Alois Hersche, bestätigte, dass «da etwas am Laufen ist». Konkret wird der Gemeinderat an seiner ordentlichen Sitzung vom 3. April beschliessen, ob sie beim Kanton Thurgau einen Antrag auf Enteignung stellen werden. «Mir liegt vom Kanton Thurgau ein Schreiben vor, in dem wir aufgefordert werden, bis zum 5. April einen Antrag zu stellen, wenn wir wollen», so Hersche.

Ähnlich tönt es aus Stettfurt, wo das gleiche Schreiben eingegangen ist. Gemeindeammann Thomas Gamper erklärte, dass «in dieser Sache noch kein Entscheid gefallen ist. Wir werden uns am 22. März mit dem Thema im Gemeinderat beschäftigen werden.» Das Ganze sei von ihm aus gesehen eine «unschöne Sache», jedoch im Sinne des Allgemeinwohls wohl unumgänglich. Er wolle zwar dem Entscheid des Gemeinderates nicht vorgreifen, doch erklärte Gamper auch, dass er es sich nicht vorstellen könne, «dass wir uns da querstellen».

Ein sehr altes Thema

Wie lange der Radweg schon ein Thema ist, konnte niemand mehr – auch niemand mehr von der Behörde – genau sagen. Müggler wusste nur so viel: «Das Thema war schon im letzten Jahrtausend aktuell. Irgendwie finde ich es schlimm, so etwas feststellen zu müssen.» Damit in absehbarer Zeit mit dem Bau des Radweges begonnen werden könne, sei es sinnvoll, diesen zu etappieren. Zuerst soll die Strecke Thundorf–Oberhalingen und dann der Abschnitt Oberhalingen–Schulhaus gebaut werden.