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Kunstkreis Wil: Kreativität im Kollektiv ausgelebt

Mittwoch, 8. Juni 2016

«Grenzenlos» lautet der Titel der jüngsten Kunstkreis-Wil-Ausstellung, welche am Freitagabend die Vernissage in der Lokremise feierte. Die Präsentation ist geprägt von einem kunterbunten Miteinander und Experimentierfreude. CHRISTOF LAMPART

 

WIL. Schlau eingefädelt haben es die Mitglieder des Kunstkreises Wil. Denn das Motto «Grenzenlos» lässt viel Spielraum bei der Realisierung der eigenen Arbeit. Und genau deshalb ist ein niveauvolles, kunterbuntes Miteinander entstanden, dem man die Experimentierfreude ansieht, welche dem gelungenen Vorhaben der jüngsten Gruppenausstellung des Kulturkreises Wil zugrunde liegt. So fanden am Freitagabend Hunderte von Kunstinteressierten den Weg in die Wiler Lokremise, um sich anzuschauen, was das Künstlerkollektiv in den letzten Monaten erschaffen hatte.

Überaus verständlich

Wie Marcel Wolgensinger in seiner Laudatio feinsinnig bemerkte, handelt es sich bei den 132 ausgestellten Bildern, Skulpturen und Objekten von 22 Kunstschaffenden um Werke, denen etwas gemeinsam ist: Sie sind das konkrete Abbild eines kreativen Prozesses, der auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gründet. Dem Verstehen von Bildern komme, so Wolgensinger, «in unserer Gesellschaft, welche mehr denn je durch visualisierte Botschaften kommuniziert, eine enorme Bedeutung zu». Und bei einem künstlerischen Œuvre potenziere sich diese unabdingbare Verständlichkeit noch, denn ein Kunstschaffender sei nun einmal darauf angewiesen, «so er denn verstanden werden will», dass die Betrachtenden seinen Code entschlüsseln und die Botschaft lesen könnten. Und gerade dies ist bei der Ausstellung «Grenzenlos» der Fall. Diesen Eindruck vermittelten einem die vielen intensiven Gespräche, welche an der Vernissage überall mit Freunden, Künstlern und Zufallsbekannten geführt wurden.

Ständige Veränderung

Die Präsidentin des Wiler Kunstkreises, Felicitas Zehnder, verwies noch auf einen anderen Prozess, jenseits der kreativen Werkentstehung. «Das Malen hilft uns, zur Ruhe zu kommen. Oft sehen wir ein konkretes Problem bald aus einer anderen Perspektive. Unser Hobby ist nicht nur das Sichtbare, das Produkt auf der Leinwand ist, sondern auch das, was es mit uns als Menschen macht. Wir verändern uns mit unseren Bildern.»

Die Ausstellung wird bis Sonntag, 12. Juni, gezeigt.